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Auszüge aus dem aktuellen Magazin

„Bürgerlich erscheinende und populistische rechte Medien ebenso wie verschiedene sich explizit christlich verstehende Internetseiten und Blogs (meist, aber nicht immer private) vernetzen sich z.T. seit den 1990er-Jahren und wirken so in christliche Kreise, vor allem katholisch-traditionalistische, traditionalismusaffine und evangelikale hinein“, so schreibt Angelika Strube als Herausgeberin im Vorwort zu „Rechtsextremismus als Herausforderung für die Theologie“. Expert*innen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen von u.a Soziologie und Politologie über Psychologie und Erziehungswissenschaften bis hin zu Theologie haben Beiträge verfasst. U.a. wird aus mehreren Blickwinkeln die Problematik rechtslastiger christlicher Internetmedien dargelegt, Zusammenhänge zu Frömmigkeitsstilen werden aufgezeigt – z.B. anhand des Selbstverständnisses der Piusbruderschaft. In den Beiträgen geht es Themen wie Islam-Kritik, Antisemitismus, Homophobie und auch um das „Problem der Menschenrechte in der Kirche“. Das Buch bietet durch dieses breite Spektrum gute Anregungen für die Auseinandersetzung mit dem Thema. Weitere Bücher der Autorin, wie auch ein Durchforsten ihrer Internetseite bei der Universität Osnabrück bieten eine wahre Fundgrube zum Themenbereich Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Rechtskatholizismus.
(Regina Nagel)
„Bürgerlich erscheinende und populistische rechte Medien ebenso wie verschiedene sich explizit christlich verstehende Internetseiten und Blogs (meist, aber nicht immer private) vernetzen sich z.T. seit den 1990er-Jahren und wirken so in christliche Kreise, vor allem katholisch-traditionalistische, traditionalismusaffine und evangelikale hinein“, so schreibt Angelika Strube als Herausgeberin im Vorwort zu „Rechtsextremismus als Herausforderung für die Theologie“. Expert*innen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen von u.a Soziologie und Politologie über Psychologie und Erziehungswissenschaften bis hin zu Theologie haben Beiträge verfasst. U.a. wird aus mehreren Blickwinkeln die Problematik rechtslastiger christlicher Internetmedien dargelegt, Zusammenhänge zu Frömmigkeitsstilen werden aufgezeigt – z.B. anhand des Selbstverständnisses der Piusbruderschaft. In den Beiträgen geht es Themen wie Islam-Kritik, Antisemitismus, Homophobie und auch um das „Problem der Menschenrechte in der Kirche“. Das Buch bietet durch dieses breite Spektrum gute Anregungen für die Auseinandersetzung mit dem Thema. Weitere Bücher der Autorin, wie auch ein Durchforsten ihrer Internetseite bei der Universität Osnabrück bieten eine wahre Fundgrube zum Themenbereich Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Rechtskatholizismus. (Regina Nagel)

Christsein und rechts? Rechtskatholizismus und die Neuen Rechten

von Dr. theol. Sonja Angelika Strube

Zur Ambivalenz von Religiosität in Bezug auf Vorurteile, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und rechtsextreme Einstellungen.

Nicht, dass eine Person christlich-religiös ist, sondern vielmehr wie sie es ist, entscheidet über das Ausmaß ihrer Vorurteiligkeit oder Toleranz sowie ihrer Nähe oder Distanz zu rechten Ideologien und / oder Parteien. Die Scheidelinie zwischen vorurteilsaffinen und vorurteilsarmen Personen und Gruppierungen verläuft dabei nicht entlang der Religions- oder Konfessionsgrenzen (so dass man etwa religiösen Autoritarismus als ein „typisch katholisches“ Problem auffassen könnte), sondern mitten durch jede einzelne Religionsgemeinschaft bzw. Konfession. Dies erklärt, weshalb es un ter römisch-katholischen Gläubigen ebenso wie unter evangelischen oder orthodoxen sowohl Engagement gegen Rechtsextremismus als auch Kooperationen mit extrem rechten Kreisen gibt. Ebenso steht dies im Hintergrund der Frage, weshalb, je nach Profilierung dessen, was als „religiös“ bzw. „kirchengebunden“ erfragt und erfasst wird, manche repräsentativen Studien bei Christen eine tendenziell etwas größere Anfälligkeit für bestimmte Vorurteile wahrnehmen und andere eine größere Distanz zu rechten Positionen bzw. Gruppierungen.

Die bereits in der 1950er-Jahren sowohl von den Autoritarismusforschern um Theodor W. Adorno als auch vom US-amerikanischen Vorurteilsforscher Gordon W. Allport postulierte Unterscheidung zwischen einer ethnozentrischen, auf soziale Konformität in der Nahgruppe bezogenen Religiosität einerseits und einer universalistisch ausgerichteten andererseits wurde in zahlreichen Nachfolgestudien spezifiziert und profiliert.So bestätigte sich, dass extrinsisch motivierte Frömmigkeitsstile, die vor allem auf die soziale Akzeptanz des Umfelds und ein positives Image zielen (etwa Kirchgang, um im Dorf keinen Anstoß zu erregen, Kreuze, benutzt als Symbole kultureller Dominanz, Trumps Posieren mit der Bibel) mit einer höheren Tendenz zu Vorurteilen einhergehen, ebenso wie eine starke Orientierung an Werten sozialer Konformität und Tradition. Lebensauffassungen, die mit einer Offenheit für existenzielle Fragen und ggf. auch mit religiösen Zweifeln verbunden sind, sowie eine starke Orientierung an universalistischen Werten, die Freiheit und Menschenrechte für alle Menschen einfordern, gehen demgegenüber mit geringer Vorurteiligkeit einher. Weitere Studien legen nahe, dass die psychische Prädisposition des Autoritarismus, der vor allem durch erhöhtes Konformitätsbedürfnis, Bereitschaft zur Unterwerfung unter rigide Normen und Aggression gegen Regelübertreter geprägt ist, eine wesentliche Ursache sowohl für politisch extrem rechte Einstellungen als auch für religiösen Fundamentalismus ist.

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Wir sind alle Deutschland - Helfer der islamischen Wohlfahrtsverbands
(Fotos: Mit freundlicher Genehmigung der Autorinnen und der Pressestelle des Bistums Speyer)
Wir sind alle Deutschland - Helfer der islamischen Wohlfahrtsverbands (Fotos: Mit freundlicher Genehmigung der Autorinnen und der Pressestelle des Bistums Speyer)

NFS Team Altenahr - Pfr. Uwe Beck, GR Egle Rudyte-Kimmle, Pfr. Suse Günther
NFS Team Altenahr - Pfr. Uwe Beck, GR Egle Rudyte-Kimmle, Pfr. Suse Günther

PSNV Einsatszentrale am Nürburgring
PSNV Einsatszentrale am Nürburgring

Maria Verkündung Kirche in Altenahr - Zufluchtsort in der Flutnacht
Maria Verkündung Kirche in Altenahr - Zufluchtsort in der Flutnacht

„Was wir gesehen und erlebt haben, lässt sich kaum in Worte fassen“

von Notfallseelsorgerinnen berichten von Einsatz im Katastrophengebiet

Ahrtal/Speyer. Egle Rudyte-Kimmle, Gemeindereferentin in der Pfarrei Hl. Cyriakus, Thaleischweiler-Fröschen und Tanja Rieger, Referentin für Katechese im Bistum, sind zwei von mehreren Notfallseelsorgerinnen und – seelsorgern aus dem Bistum Speyer und der Evangelische Kirche der Pfalz, die in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten im Einsatz waren. In ihrem Bericht beschreiben sie ihre Eindrücke:

Altenahr – Dienstag, der 20. Juli 2021 - von Egle Rudyte-Kimmle

Als ich noch klein war und Schmerzen oder Kummer hatte sagte meine Uroma immer: „Gott mutet einem nur so viel an schwerer Last und Kummer zu, wie er tragen kann: nicht mehr.“ Daran musste ich als Erstes denken, als ich die Nachrichten letzte Woche am frühen Donnerstagmorgen hörte über die Katastrophe im Ahrtal, deren Ausmaß noch nicht wirklich klar war. Die ersten Bilder im Internet, alles noch Luftaufnahmen, raubten mir den Atem. Da wäre auch meine Uroma sprachlos gewesen.

Als die Anfrage kam, den Menschen vor Ort einen Tag lang zur Seite zu stehen und dort sich zum Einsatz zu melden, zögerte ich nicht. Ich verschob meine schon sowieso durch Corona bescheidenen Urlaubspläne und durfte an zwei Tagen im Katastrophengebiet den betroffenen Menschen ein wenig zur Seite stehen.

Zusammen mit unserem Notfallseelsorger-Südwestpfalz-Team-Leiter e.v. Pfarrer Uwe Beck, und Pfarrerin Suse Günther aus dem NFS Team-Zweibrücken, machten wir uns am Dienstag, dem 20. Juli, um 6 Uhr auf zum Nürburgring. Dort befindet sich die Einsatzzentrale für die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV), aus der jeden Tag bis zu 300 ehrenamtliche und hauptamtliche Notfallseelsorger in die betroffenen Ortschaften gesendet werden. Die Helfer strömten aus der ganzen Bundesrepublik herbei. Manche Teams blieben bis zur 5 Tagen vor Ort und übernachteten in den Zelten auf Feldbetten. Gemeinsam mit den zahlreichen Helfern von verschiedenen Hilfsorganisationen, u.a. Rotes Kreuz, THW, DLRG, Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, selbst Wasserwacht und Bergwacht, waren wir ein großes Team, das zusammen ein Ziel hatte – möglich schnell ein Stück Normalität den Betroffenen zurückzugeben.

Angekommen gleich um 8 Uhr meldeten wir uns als Team an, und nach einer Weile Wartens, bekamen wir den Auftrag, nach Altenahr zur „Erkundung“ zu gehen. Das bedeutete, sich auf den Weg zu machen, dort Menschen zu begegnen, ins Gespräch zu kommen und - bei Bedarf – zu helfen. Mit einem Rot- Kreuz-Wagen und einem netten Fahrer aus dem Westerwald fuhren wir gegen 11 Uhr los. Auf dem Weg schon sahen wir die Bilder, die wir vorher nur aus dem Fernsehen kannten: eine Zerstörung, die wir uns in Deutschland in Friedenszeiten nicht vorstellen konnten. Etwa 3 km vor Altenahr mussten wir in einem verstopften Tunnel aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß machen. Das Gefühl, sich in einer Kulisse eines Weltuntergangfilmes zu bewegen, machte stumm und sprachlos, im Anbetracht der Tatsache „Das hier ist real!“ Ohne viele Worte und sehr bewegt von dem Ausmaß der Zerstörung, kamen wir zum vormals wunderschönen Altenahr.

Der erste Eindruck
Berge von Schutt und Schlamm… Schlamm … Schlamm…

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