Gemeindereferentinnen Bundesverband

Uns gibt es nicht. Wir sind eine Erfindung. Wir sind so unterschiedlich wie du und ich.

von Regina nagel

Spurensuche nach Glaube, Theologie und Kirche bei der Generation Ypsilon

Ich bin neugierig. Sehr sogar.

„ Irgendwie quietschen die Bremsen des ICE diesmal schriller als sonst. Aber vielleicht bin ich auch einfach aufgeregt. Ein bisschen frage ich mich schon, worauf ich mich eingelassen habe. Ich war noch nie in Frankfurt und jetzt sitze ich hier im Zug mit einem riesigen Koffer voll Gepäck und Ausrüstung und stürze mich ins Abenteuer. Und ich bin neugierig. Sehr sogar.“

Tim Giesber ist jung, Journalist und hat mit Kirche und Glaube nichts am Hut. Gleichzeitig hat er eine ganze Menge Meinungen zu dem, was Kirche so erzählt und macht - tatsächlich oder vermeintlich. Und nun stürzt er sich ins Abenteuer. Er lebt eine Woche in einer Schwesternkommunität in Frankfurt mit, die sich um Menschen im Abseits kümmert. Er tut dies im Rahmen des Projekts „Gott im Abseits“, das Mitte August durch die Bischofskonferenz initiiert wurde. Junge kirchenferne Journalisten begegnen Christen, die sich aufgrund ihres Glaubens Menschen am Rand der Gesellschaft zuwenden.

Gleich bei der ersten Begegnung will er wissen, ob die Schwestern den Schöpfungsbericht der Bibel wörtlich nehmen, ob Frauen Priesterinnen werden sollten oder auch, was die Frauen über die Ehe für alle denken. Nachdem er zuvor schon gecheckt hatte, dass auch Ordensleute bei Bedarf WhatsApp nutzen, ist er nun überrascht über die Aufgeschlossenheit seiner neuen Bekannten, über solche Themen zu diskutieren und möglicherweise etwas beruhigt, zu bemerken, dass die Evolutionstheorie auch im Kloster angekommen ist. Gleichzeitig irritiert ihn, dass seine Fragen bzw. seine Kirchenkritik für die Schwestern keine entscheidende Rolle spielen und dass sie gerne als Theologin, Fachärztin oder Krankenschwester ihre Kompetenzen in die Gemeinschaft und letztlich in die Kirche einbringen. Trotz aller Sympathie befremdet ihn das und er schreibt: „Mir kommt die Kirche nicht wie ein Palast mit kleinen Schönheitsfehlern vor, sondern eher wie eine Burgruine, bei der komplett saniert werden müsste…. In meiner Welt machen Mädchen Abitur, besser als die Jungs. Sie studieren und werden Bundeskanzlerin. Bye Patriarchat. Wie man sich freiwillig in ein System begeben kann, das einen degradiert, verstehe ich plötzlich noch weniger.“

Generation Y - Glaube, Liebe, Hoffnung?

Diese kritische Distanz zur Kirche, die Tim Giesber hier zum Ausdruck bringt, entspricht der Grundhaltung, die - laut der Studie „Generation What“ aus dem Jahr 2016 - in der Generation Y vorherrschend ist. Die Hälfte der 18-34-Jährigen hat überhaupt kein Vertrauen in religiöse Institutionen, weitere 34% vertrauen ihnen eher weniger. Nur 2% vertrauen voll und ganz. Betrachtet man nur die 20% der Befragten, die sagen, dass ihnen der Glaube an Gott wichtig ist, stellt man fest, dass 50% eher misstrauisch eingestellt sind.

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